Dienstag, 9. Dezember 2008

Blocher: Nein. Maurer: Ja.

Kaum ist Maurer weg, stürmen die Journalisten zum Zimmer 287, auf der gegenüberliegenden Seite im zweiten Stockwerk. Die Meute drängt sich vor der Flügeltüre. Die Journalisten sind nervös, Markus Gilli von Tele Züri wuselt geschäftig durch die Menge, Reto Brennwald vom Schweizer Fernsehen unterhält sich angeregt mit einer Kollegin von einer Zeitung. Mikrofone und Aufnahmegeräte sind auf Standby. Es geht um den Entscheid der CVP. Dem Zünglein an der Wahlwaage, wie es während Tagen im Vorfeld hiess.

«Schschsch.» Die Meute verstummt, aus einer Ecke tönt Gelächter. «Och, isch nur en Witz gsi», sagt die Journalistin zu Brennwald und lächelt säuerlich. Gilli hat Brennwald gefunden, packt seine Hand: «Reto!» Die zwei beginnen eine angeregte Unterhaltung, dann tönts wieder: «Schschsch.» Diesmal ist es ernst.

CVP-Fraktionschef Urs Schwaller tritt vor die Türe. «Es gibt keinen Kandidaten aus den eigenen Reihen», deklariert er. Weiter: «Unsere Fraktion steht für die Konkordanz ein.» Weiter: «Christoph Blocher ist für uns nicht wählbar.» Weiter: «Die SVP hat Anspruch auf einen Sitz im Bundesrat.» Weiter: «Wir haben über Ueli Maurer abgestimmt. Von 45 Stimmen entfielen 23 – das absolute Mehr – auf Ueli Maurer. Es gab drei Enthaltungen.» 

Es sei möglich, dass morgen auch Stimmen auf «andere SVP-Kandidaten» entfallen könnten. «Es sind aber keine anderen Namen gefallen.» Ueli Maurer sei ein Vertreter der SVP, der die Konkordanz vertrete. Die Abstimmung über Ueli Maurer war übrigens eine geheime.

Keine Kommentare: